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Historistische Glasmalerei in Wien

Meine Dissertation beschäftigt sich mit der Glasmalerei des Historismus in Wien im allgemeinen und insbesondere mit der ehemaligen Glasmalerei-Ausstattung des Stephansdomes, die am Ende des Zweiten Weltkriegs untergegangenen ist.   

 

 

Abstract in Deutsch

Die vorliegende Arbeit stellt eine erste ausführliche Beschäftigung mit der Glasmalerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wien dar. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die ehemalige Glasmalereiausstattung des Stephansdomes (1857-1901) gelegt, die beim Brand am Ende des Zweiten Weltkriegs unterging. Grundlagen für die Arbeit bildeten u.a. die Inventarisation aller erhaltenen historistischen sakralen Glasmalereien im heutigen Stadtgebiet von Wien sowie die komplette Auswertung der dazu erhaltenen Archivalien in den relevanten Werkstätten und öffentlich zugänglichen Archiven.

Zunächst wird die historistische Glasmalerei Wiens in den zeitgeschichtlichen sowie architektonischen und künstlerischen Kontext eingeordnet. Dann folgt ein kurzer Abriss ihrer Entwicklung und ebenso einer der bedeutendsten lokalen Werkstätten sowie ihrer Mitbewerber in München und Frankreich.

Nach einem kurzen Exkurs zu den erhaltenen mittelalterlichen Glasmalereien des Stephansdomes widmet sich die Arbeit den Maßnahmen zu Restaurierungen und Neuausstattungen des Domes im Historismus. Ein bedeutender Teil der Neuausstattung betraf die Fenster und ihre Glasmalereien. Dabei wird die besondere Rolle hervorgehoben, die neben den beiden Dombaumeistern Leopold Ernst und Friedrich v. Schmidt vor allem die Künstler Joseph v. Führich, Johann Ev. Klein und die Brüder Franz und Karl Jobst sowie der Glasmaler Carl Geyling und ab 1880 auch die Tiroler Glasmalereianstalt in Innsbruck bei der Entwicklung und Gestaltung des Fenster-Zyklus im Stephansdom spielten. Nach der Schilderung ihrer Entstehungsgeschichte folgt – katalogartig – eine Rekonstruktion der ehemaligen Glasmalereien mittels des dazu überlieferten Bildmaterials (Skizzen, Kartons und Fotos) und Schriftguts (Akten, Notizen, Briefe, Publikationen etc.) sowie anschließend eine stilistische und ikonografische Einordnung in den kunsthistorischen Zusammenhang.

Dazu werden umfangreiche lokale, regionale und internationale Vergleichsbeispiele herangezogen und die wechselseitigen Einflüsse untersucht. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf dem Werk des Dombaumeisters Friedrich v. Schmidt. Zu den bedeutenden Objekten des gleichen Zeitraums zählen die Fenster der Dome zu Köln, Prag und Linz sowie der Wiener Votivkirche und der Budapester Matthiaskirche. Als  Vergleichsobjekte mit direktem Bezug zum Stephansdom dienen die Dome zu Kaschau/Košice und Preßburg/Bratislava sowie die Basilika St. Epvre in Nancy, die Kirche St. Joseph Artisan in Paris, das Stift Klosterneuburg sowie die Wallfahrtskirche in Mariental/Marianka. In Wien wurden Glasfenster in den Bauwerken von Friedrich v. Schmidt untersucht (Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis, Akademisches Gymnasium, die Kirchen St. Othmar, St. Brigitta, Maria vom Siege und St. Severin in Währing, das Grabmal Geyling, Neues Rathaus, Pfarrkirche Weinhaus und Gedächtniskapelle im Kaiserlichen Stiftungshaus), ergänzt durch Vergleichsbeispiele in weiteren ausgewählten Wiener Kirchen (die Pfarrkirchen in Grinzing, Gersthof, Kaisermühlen, Sievering und Rudolfsheim). 

 

English Abstract

The thesis represents a first detailed study of Viennese stained glass in the second half of the 19th century, focusing on the former cycle of stained glass windows of St. Stephen’s Cathedral (1857-1901), unfortunately destroyed by fire at the end of World War II. It is based, among other items, on an inventory created of all preserved “historistic” sacral stained glass windows in the city of Vienna, as well as a complete evaluation of the corresponding archival materials obtained from the relevant studios and publicly accessible archives.

At first, 19th century Viennese glass painting is placed into the historical as well as architectural and artistic context, followed by a brief outline of its development and the most important local studios as well as their competitors in Munich and France.

After a short excursus to the remaining medieval stained glass of St. Stephen’s Cathedral, the thesis focuses on the efforts to restore and refurbish the cathedral during historicism. Emphasized are the exceptional roles, aside from the two architects of the cathedral, Leopold Ernst and Friedrich v. Schmidt, played by the artists Joseph v. Führich, Johann Ev. Klein, and the brothers Franz and Carl Jobst as well as the glass painter Carl Geyling and the “Tiroler Glasmalereianstalt” in Innsbruck (from 1880 onwards) in the development and design of the window cycle in St. Stephen’s Cathedral. After a review of the history of their creation, a catalogue-like reconstruction of the former stained-glass windows is created by means of the pictorial material (sketches, cartons and photos) and written material (files, notes, letters, publications, etc.), which is followed by a stylistic and iconographic integration into the historical context.

To this end, extensive local, regional, and international comparative examples are used and the mutual influences are investigated. Another focus is placed on the work of the cathedral architect Friedrich v. Schmidt. Among the most important objects of the same period are the windows of the cathedrals of Cologne, Prague, and Linz, as well as the Viennese “Votivkirche” and the Matthias Church in Budapest. Serving as direct reference to St. Stephen’s Cathedral are the cathedrals at Košice and Bratislava as well as the St. Epvre Basilica in Nancy, the St. Joseph Artisan church in Paris, the monastery Klosterneuburg and the pilgrimage church in Marianka. In Vienna, the buildings of Friedrich v. Schmidt are analysed (“Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis“, “Akademisches Gymnasium”, churches St. Othmar, St. Brigitta, “Maria vom Siege”, and St. Severin in Währing, the Geyling tomb, the New Town Hall, “Pfarrkirche Weinhaus”, and “Gedächtniskapelle im Kaiserlichen Stiftungshaus“), complemented by comparative examples in further selected Viennese churches (the parish churches in Grinzing, Gersthof, Kaisermühlen, Sievering, and Rudolfsheim).

 

Alle Texte und Fotos Copyright (C) 2004-2021 Alicia Ysabel Spengler, Wien

 

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