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"VORSICHT GLAS!" #1


G L A S - W O R K S H O P  U N D A U S S T E L L U N G 


Die KünstlerInnen Kyunghan Kim, Cinthia Mitterhuber, Sabine Penz, Hidsch Pink, Alice Proché, Stefanie Treml und Oksana Zmiyevska zeigten in der Ausstellung “Vorsicht Glas!” ihre ersten Versuche mit dem Material Glas, die sie mit der Firma Geyling erarbeitet hatten. Neben den Ergebnissen des Workshops stellten sie weitere Werke aus, die den Kontext ihrer Arbeiten anschaulich machten. Die Ausstellung fand vom 18. November 2010 bis 28. Jänner 2011 in der Galerie Geyling statt.

„Vorsicht Glas!“ - Workshop und Ausstellung für Studenten der Universität für angewandte Kunst, Abteilung Malerei, Klasse Univ.Prof. Mag. Johanna Kandl in der Glasmalerei Geyling


Der 2010 ins Leben gerufene Glas-Workshop für junge KunststudentInnen aus der Malerklasse von Univ.Prof. Johanna Kandl vermittelt neben alten Techniken, wie Malen und Verbleiben, auch neue Techniken, wie das Schmelzen oder Kleben. Dazu gestalten die Studenten einen eigenen Entwurf, der von ihnen selbst unter fachkundiger Anleitung in der Werkstatt ausgeführt und in der zu der Werkstatt gehörigen Galerie ausgestellt wird. Die Werkstatt stellt Material, Werkzeug und Know-how zur Verfügung. Das Werkstück bleibt im Eigentum der Künstler.


Der Workshop ist eine Konsequenz aus der Entwicklung der vergangenen Jahre. Nachdem die Glasmalerei in der zeitgenössischen Kunst kontinuierlich an Bedeutung verlor und fast gänzlich aus dem Blickfeld der Kunstszene verschwand, läßt sich seit einigen Jahren wieder eine vermehrte Diskussion über die künstlerische Gestaltung mit Glas feststellen. Ein Anstoß dafür waren u.a. die Glasmalereiprojekte von drei der bekanntesten deutschen Maler: Markus Lüpertz in der Kölner St. Andreas Kirche, Gerhard Richter im Kölner Dom sowie die Fenster von Sigmar Polke im Züricher Grossmünster. Es stellt sich die Frage, ob es neue Ideen für die Gestaltung von Fenstern und Gläsern gibt, die unserer Zeit angemessen sind. Deshalb erschien es sinnvoll, eine Brücke von der traditionsreichen Glasmalereiwerkstatt zur Kunstuniversität zu schlagen und dabei zugleich auf bewährte Verbindungen zu bauen.


Die Verbindung der Glasmalerei Geyling mit dem Museum und der Universität für angewandte Kunst hat eine lange Tradition. Schon der Werkstattgründer Carl Geyling war mit dem Kunsthistoriker Rudolf v. Eitelberger, dem Gründungsdirektor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK), gut bekannt. Seit der Eröffnung 1864 stellte Geyling seine Produkte dort regelmäßig aus. 1867 wurde die Wiener Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst) zur qualitativen Verbesserung des Kunstgewerbes gegründet. Ihre Professoren lieferten der Glasmalerei Geyling zahlreiche Skizzen und Kartons für viele bedeutende Glasmalereien. Ab 1901 wurde im Lehrplan der Kunstgewerbeschule sogar eine eigene Werkstatt für Kunstverglasungen und die Ausbildung für Glasmalerei eingerichtet. Der Mann von Carl Geylings Enkelin Therese Bräuer, der akademische Maler und Prof. Reinhold Klaus, war nicht nur künstlerischer Leiter der Glasmalerei Geyling, sondern leitete in den 1920er bis 1940er Jahren die Fachklasse für Glasmalerei und Verbleiung, später auch die für Mosaik an der Kunstgewerbeschule und ging als deren stellvertretender Direktor in Pension.


Aus der ehemaligen Kunstgewerbeschule hat sich eine Universität für freie Kunst entwickelt. Die gut ausgebildeten StudentInnen sind unvoreingenommen und offen für alte und neue Techniken. Das zeigt sich auch in der Ausstellung. Jeder Künstler hat für sich eine andere Ausdrucksform gewählt, deren Vielfalt die unzähligen Möglichkeiten widerspiegelt, die der Werkstoff Glas bietet.


Die Glasmalerei Geyling ist die älteste Glasmalereiwerkstatt Österreichs und kann auf eine lange Tradition hochwertiger Kunstproduktionen zurückblicken. Sie wurde 1841 vom akademischen Landschaftsmaler Carl Geyling (1814-1880) in Wien Mariahilf gegründet. Er arbeitete mit allen wichtigen Architekten und Künstlern seiner Zeit zusammen und seine Werke waren in vielen sakralen und profanen Bauwerken der österreichisch-ungarischen Monarchie und weit darüber hinaus vertreten. Auch die nachfolgenden Generationen pflegten den Kontakt zu den wichtigen Architekten und Künstlern ihrer Zeit und schufen hochwertige Kunstwerke. Von seinen Erben wurde die Glasmalerei 1997 an das Stift Schlierbach verkauft, dem die Werkstatt heute gehört.


Galerie Geyling

Adresse: Stiegergasse 15–17/1, 1150 Wien, T: 01/ 895 02 17

Öffnungszeiten: Mo – Do 10h – 16h30, Fr 10h-14h und nach tel. Vereinbarung




Text und Fotos (C) by Alicia Ysabel Spengler 2010-12

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